Monatsarchiv für Juli 2009

+491378100063 – Someone’s calling you …

Mittwoch, den 29. Juli 2009

Heute um kurz nach 12 schaue ich auf mein Handy und sehe ein verpassten Anruf von +491378100063 oder auch 01378100063 (Inlandsnummer). Na schoen denke ich mir, da hat dich jemand nicht erreicht. Gerade will ich zurueck rufen, faellt mir ein, dass 0137 keine Handynummer ist. Nein, es handelt sich um eine Sonderrufnummer und die sind in der Regel kostenpflichtig.
Doch warum zum Teufel ruft mich eine Sonderrufnummer an? Das macht mich stutzig und ich rufe vorerst einmal nicht zurueck.

Zu Hause angekommen setze ich mich an mein Notebook und befrage die Seite mit den bunten Buchstaben. Was lese ich da (whocallsme.com)? Ruft man die Nummer zurueck, so soll dort von einem Gewinnspiel die Rede sein. Also wenn sich das nicht verdaechtig anhoert. Und zudem soll kein Firmenname genannt werden, d.h. man weiss nicht mit dem man es zu tun hat.
Mein Verdacht, dass etwas nicht stimmt, scheint sich zu bestaetigen. Hier versucht mich offensichtlich jemand abzuzocken. Das lasse ich nicht auf mir sitzen!

Ich recherchiere wer die Nummern vergibt und werde fuendig. Die Bundesnetzagentur (kurz BNetzA) ist dafuer zustaendig und bietet passenderweise auch noch ein Formular an, welches es ermoeglicht einen Missbrauch zu melden. Ich mache mich also daran diesen Antrag auszufuellen und sende ihn per eMail an die BNetzA. Gleichzeitig schildere ich das Geschehene, verlinke auf die anderen empoerten Mitbuerger bei whocallsme.com und warte seit dem auf eine Antwort.
Die Bundesnetzagentur wird sich den Fall anschauen und mir hoffenlich alsbald Bescheid geben.

Derzeit bin ich der Meinung, dass es sich bei dem Anruf um einen sogenannten Ping-Anruf handelt, welcher dazu verleiten soll, die Nummer zurueck zu rufen. Ich habe das gluecklicherweise nicht getan und werde mich auch davor hueten.
Inzwischen bin ich auch ueber datenmissbrauch.info auf die betruegerischen Absichten aufmerksam geworden. Dort wird ebenfalls vor dieser Nummer gewarnt.

Es bleibt abzuwarten was die BNetzA schreibt. Derzeit bin ich ziemlich sicher, dass sich hinter der Nummer eine Betruegerbande versteckt. Ob es stimmt wird sich zeigen wenn die BNetzA auf meine eMail antwortet.

Microsoft praesentiert – Heute: Richard Feynman

Donnerstag, den 16. Juli 2009

Was lese ich gerade auf Golem: Bill Gates (Microsoft) hat die Rechte an Vorlesungen von Richard P. Feynman erworben und stellt diese _kostenlos_ ins Netz. Das erklaerte Ziel: junge Menschen fuer Naturwissenschaften zu begeistern. Was fuer eine feine Geste!

Das freut mich natuerlich und sofort klicke ich den Link zum sogenannten Tuva-Projekt an, den mir Golem verraet und der mich direkt zu research.microsoft.com fuehrt. Doch was sehen meine Augen? Silverlight? Was zum Henker ist das? Ahh, ein proprietaeres Browserplugin, welches es erlaubt neue _unbedingt benoetigte_ Funktionen zu benutzen, die natuerlich zwangslaeufig notwendig sind um sich den Vortrag von Richard P. Feynmen anzusehen. Wenn das mal nicht meeeega geil ist, dann weiss ich auch nicht. Wie haben das eigentlich die Studenten damals gemacht, die dieses Plugin nicht hatten?

Herrgott, wenn ihr schon was fuer die Jugend tun wollt, dann denkt doch auch mal eine Sekunde an die Leute, die kein Bock haben sich von euch abhaengig zu machen. Und das auch nicht werden wollen, um sich Videos anzusehen, die sowieso frei sein sollten!
Wieso gibt es nicht wenigstens eine unabhaengige Alternative in einem freien Videoformat? Warum muessen es _IMMER_ Microsoft-Produkte sein?
Klar koennt ihr jetzt sagen es handle sich um eine Internetseite von Microsoft und die koennen da tun und lassen was sie wollen. Es wird euch dabei sicherlich niemand widersprechen – auch ich nicht. Doch kann man Microsoft an dieser Stelle ganz klar den Vorwurf machen, nicht an der Jugend interessiert zu sein, so wie sie es scheinheilig vorgeben. Das einzige Interesse von Microsoft ist es ihr Silvergeraet unter die Leute zu bringen und mehr nicht.

Aber ihr macht das nicht mit mir! Dann gibt es eben kein Richard P. Feynman von Microsoft-Servern. Vielleicht landet der Stoff irgendwann einmal auf anderen Webseiten und dann habe ich immer noch die Moeglichkeit mir das anzusehen. Und wenn nicht, dann geht die Welt trotzdem nicht unter.

Allerdings ist die Essenz dieses Vorfalls, dass ich ein weiteres mal zutiefst enttaeuscht bin von Microsoft. Sorry Jungs, aber das habt ihr sauber verbockt!

Nachtrag:
Anderswo macht man sich auch Gedanken zu dem Thema. Bei Open… z.B. ist man ebenfalls der Auffassung, dass es Bill Gates nicht wirklich ernst gemeint haben kann mit seinen guten Absichten. Andere Quellen wie beispielsweise Simoleon Sense machen sich darueber keine Gedanken und fokusieren mehr auf die Person Feynman, so wie es auch eigentlich sein sollte. Schade, dass ich das nicht auch kann, aber das Sivergedoens stoert mich irgendwie dabei …

LiveAndroid – Googles OS auf dem Notebook

Dienstag, den 7. Juli 2009

Golem hat heute darueber berichtet, dass das OS von Google, welches auf den Namen Android hoert, nun in der Version 0.2 veroeffentlicht wurde. Diese Version richtet sich vor allem an Neugierige, die sehen wollen welche Fortschritte das Betriebssystem macht. Fuer den produktiven Einsatz ist diese Version auf jeden Fall _nicht_ geeignet!

Das OS kann hier downgeladed werden und besteht aus den beiden Dateien “liveandroidv0.2.iso.001″ und “liveandroidv0.2.iso.002″, welche zuerst noch zusammen gesetzt werden muessen.
Unter Ubuntu ist das wie folgt moeglich:
cat liveandroidv0.2.iso.001 liveandroidv0.2.iso.002 > liveandroidv0.2.iso

Dieses ISO laesst sich nun in beispielsweise der VirtualBox starten. Beeindruckt bin ich zunaechst einmal von den 15 Sekunden Startzeit, die das OS braucht bis es vollstaendig geladen ist. Danach praesentiert sich Android zunaechst einmal eine Warnung, dass der Akku knapp sei, auch wenn dieser wie in meinem konkreten Fall vollstaendig geladen ist.
android-v0-2-batterynotify

Nachdem man die Meldung akzeptiert hat, praesentiert sich Android wie folgt:
android-v0-2-mainscreen

Mit der Maus kann man navigieren und beispielsweise Einstellungen veraendern, SMS schreiben (auch wenn diese selbstverstaendlich vom PC aus nicht verschickt werden koennen), die Homescreens wechseln, etc.

In der Version funktioniert zwar noch kein Wifi, aber da ich ueber VirtualBox einen Internetzugang bereit gestellt habe, war es mir moeglich bei Google zu suchen. Das Widget macht Vorschlaege fuer die Suche, wie man es von GoogleSuggest her kennt:
android-v0-2-googlesearch

Besonders viel sieht man nicht, mehr kann man denke ich aber von einem knapp 180MB grossen OS, welches erst langsam fuer Netbooks umgeschrieben wird, auch nicht erwarten. Aber der Ansatz gefaellt und es wird sich zeigen wie schnell und wie gut es die Entwickler um Android schaffen, dieses OS fuer die Allgemeinheit attraktiv zu machen.

Falls ihr selbst Android ausprobieren wollt, dann sei euch an dieser Stelle die Kontext-Taste ans Herz gelegt. Diese stellt in der 0.2-Version von Android die Menu-Taste dar.
Viel Spass beim ausprobieren!