Mrz
13

Warum die Musikindustrie dem Netz schadet

Wieder einmal sorgt die Musikindustrie fuer Aufsehen. Dieses mal fordern sie die Internetprovider zur Kooperation auf und ersehnen, dass selbige den boesen Schwarzkopierern die Leitung kappen. Die Idee fuer sich genommen ist schon lange bekannt und wurde in den letzten Jahren auch immer wieder diskutiert und jedes mal aufs Neue abgeschmettert. Was sich ebenso nicht veraendert hat, ist der naive und ebenso gefaehrliche Zensurweg, den die Musikindustrie gehen will.

Copyright geschuetzte Musik soll nicht ueber P2P-Tauschboersen geladen werden koennen. So kurz und praegnant laesst sich zusammenfassen, was die Musikindustrie von den Providern verlangt. Doch was steckt eigentlich hinter den Tauschboersen? Wird da wirklich nur illegale Musik getauscht? Und muss der Provider wirklich in einem solchen Fall einschreiten?

Man darf sehr wohl und ohne schlechtes Gewissen davon ausgehen, dass dies nicht der Fall ist – allein schon deswegen, weil es auch Kuenstler gibt, die keinem Label unterstehen und ihre Musik selbst produzieren und veroeffentlichen. Die freien Kuenstler wissen, wie sie ihre Musik unters Volk bringen und mischen sich daher auch unter die P2P-Tauschboersen. Allein aus diesem Grund haben die P2P-Tauschboersen ihre volle Existenzberechtigung, auch wenn das nicht der einzige Grund ist. Neben den teils umstrittenen Musikangeboten, um welche der ganze Wirbel gemacht wird, gibt es in Tauschboersen auch noch viele weitere legale Angebote. So werden dort beispielsweise Linux-Distributionen, freie Software, usw. massenhaft getauscht – und das vollkommen legal und zurecht!

Was die Musikindustrie von den Providern verlangt ist jedoch schlichtweg laecherlich. Man will dass die Provider den Kunden, die straffaellig geworden sind, nicht nur den P2P-Zugang verweigern, was fuer sich genommen schon grotesk genug waere, sondern viel mehr den gesamten Internetverkehr vorenthalten. An dieser Stelle weiss ich ehrlich gesagt nicht ob ich lachen oder weinen soll. Die Forderung der Musikindustrie ist schlichtweg absurd. Sollen die Personen, die einmal den Fehler gemacht und etwas Illegales heruntergeladen haben, nun von der Netzgemeinde ausgeschlossen werden? Besteht denn das Netz in den Augen der scheinbar paranoiden Musikindustrie nur noch aus illegal angebotenen Musikdateien?

Es gehe nicht um eine Zensur, zitiert der Spiegel in dem betreffenden Artikel, so die Musikindustrie. Doch wie soll man das geplante Vorgehen denn dann nennen? Naechstenliebe fuer Schwarzkopierer, damit diese keine Wiederholungstat begehen koennen? Klingt bescheuert? – Ist es auch!

Meine lieben Freunde, dieses Vorgehen nennt man Zensur. Das kann man nicht einfach vom Tisch diskutieren. Da die Zensur jedoch ein Werkzeug des Teufels ist, sollte die Musikindustrie mit ihrem Heiligenschein lieber Abstand von solchen Ideen nehmen. Damit schlagen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen macht sich die Musikindustrie nicht permanent laecherlich und zum anderen haben wir endlich unseren Seelenfrieden vor solch einem Nonsensegelaber. Wenn das mal keine perfekte Kompromissloesung ist, dann weiss ich auch nicht!

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