Werbung in der Abiturzeitung

Zur Zeit bin ich mit der Organisation der Werbung fuer unsere Abiturzeitung beschaeftigt. Da es nach uns sicherlich noch viele, viele Oberstufen gibt, die irgendwann auch diesen Weg gehen muessen, schreibe ich meine eigenen Erfahrungen nieder. Auf dass es bei den anderen Stufen klappen moege.

Potentielle Werbekandiaten

Wer ist ein potentieller Werbekunde? Dies ist eine der wesentlichen Fragen, die man sich stellen muss, wenn man Werbung machen will. Es lohnt sich die Abiturzeitungen vergangener Jahrgaenge durchzusehen und sich die damaligen Werber heraus zu schreiben. Ebenfalls von Vorteil ist es sich die Seitenzahlen sowie die Groesse der Werbung zu notieren. Dies macht ein spaeteres Auffinden der Werbung, sollte dies zu irgend einem Zeitpunkt von Noeten sein, leichter. Damit hat man meistens schon den groessten Teil der regionalen Geschaefte abgedeckt. Trotzdem sollte man sich ueberlegen wen die Oberstufe(n) zuvor eventuell vergessen haben koennten. Auch diese Geschaefte sollte man spaeter ansprechen.

Neben den bisherigen Werbern lohnt es sich zu ueberlegen wer noch Werbung machen koennte. Moegliche Werbekandidaten sind auf jeden Fall Firmen, die ein grosses Zielpublikum unter den Jugendlichen haben. Als Beispiel dafuer kann man die Handykonzerne sehen. Ein grosser Marktanteil dieser Firmen gruendet sich auf die Jugendlichen und genau dort werden diese Firmen auch ihre Werbungen plazieren und fragen kostet ja bekanntlich nichts.

Es steht einer jeden Oberstufe natuerlich auch offen Firmen anzuschreiben, die wenig oder gar keine Produkte produzieren, die von Jugendlichen konsumiert werden. Hier darf man sich allerdings nicht zuviel versprechen. Die meisten dieser Anfragen werden unbeantwortet bleiben respektive mit einer Absage enden.

Zuletzt gibt es die Gruppe “Vitamin B”, also die Firmen, zu denen mindestens ein Schueler der Stufe direkten Kontakt hat. Diese Firmen werben meistens aus Solidaritaet zu diesen Personen und nicht weil sie sich besonders viel davon erhoffen. Dennoch kann man auch hier durchaus Geld fuer die Finanzierung der Abiturzeitung verdienen.

Das Werbedossier

Besonders gut bei unserer Werbeaktion ist angekommen, dass wir ein ganzes Werbedossier erstellt haben. Dieses besteht bei uns aus drei Teilen. Zunaechst haben wir einen dreiseitigen, zusammengetackerten Informationsprospekt, in dem wir, folgende Dinge kurz beschrieben haben:

  • Wer sind wir? Was fuer eine Schule besuchen wir? – Mit Angaben zum Abiturjahrgang, zu den Schuelerzahlen der gesamten Schule und zu den Orten aus denen wir kommen
  • Wer sind die Kaeufer unserer Abizeitung – Mit Angaben zu dem Zielpublikum bestehend aus zumeist Schuelern, Lehrern, Eltern und Freunden
  • Zahlen und Fakten zur Abizeitung – Mit Angaben zur Auflagehoehe, dem Format, den Seitenzahlen und der Drucktechnik
  • Werbenachweis – Mit dem Angebot eines kostenlosen Werbenachweises (sprich: einer Abiturzeitung)
  • Anzeigengroessen, -formen, und -preise
  • Kontaktinformationen

Der zweite Teil des Dossies ist ein Formular. Dieses sollte so gemacht sein, dass der Werbende nur noch ankreuzen muss was fuer eine Groesse er will. Weiterhin muss ein Feld fuer die Adressdaten des Werbenden vorhanden sein. Zudem darf man das Feld fuer das Datum und die Unterschrift nicht vergessen. Alles andere, wie beispielsweise die Ruecksendeadresse, sollte schon eingetragen sein. Bietet man dem Werbenden die Moeglichkeit ein kostenloses Belegexemplar und/oder eine Quittung/Rechnung anzufordern, dann sollte dies auch hier zum Ankreuzen vermerkt sein.

Der dritte Teil stellt bei uns ein einzelnes Blatt dar, welches weiterfuehrende Informationen darueber enthaelt, wie nach dem Versand des Formulars zu verfahren ist. In unserem Fall melden wir uns bei der jeweiligen Person auf elektronischem Wege und geben unsere Kontoinformationen bekannt. Wichtig ist auch, dass ihr auf jeden Fall eine eMail-Adresse habt, an die das Werbebild in elektronischer Form geschickt werden kann. Geeignete Grafikformate sind Vektorgrafiken, PNG-Bilder und hochaufloesende JPEG-Bilder. Wir haben ein Minimum von 300 DPI verlangt. Viel weniger sollte es auch nicht sein, wenn es nachher im Druck noch was gleichsehen soll. Dies solltet ihr alles vermerken, damit es nachher nicht zu zeitintensiven Komplikationen kommt.

Kontakt mit den Firmen

Mit dem Werbedossier seid ihr hevorragend geruestet fuer den Kontakt mit den Werbefirmen. Es gilt die Regel: je groesser die Firma, desto besser nutzt man die Post. Besonders bei den grossen Firmen ist es so, dass die Personen, die ueber die finanziellen Mittel entscheiden, oftmals in Meetings stecken und nicht ansprechbar sind, wenn man sie sprechen moechte. Deshalb sollte man hier den Briefverkehr bevorzugen. Heutzutage kann man dafuer ohne Probleme das Internet benutzen. Dann hat man auf jeden Fall den Vorteil, dass man niemanden bei der Arbeit stoert und dass die Werbung auch ziemlich sicher da ankommt, wo sie schlussendlich hin soll. Die notwenigen eMail-Adressen findet man auf den Webseiten der jeweiligen Unternehmen.

Bei kleineren bzw. bei regionalen Firmen hingegen sollte man es bevorzugen persoenlich zu erscheinen. Dies geht meist ohne Voranmeldung und ist relativ unkompliziert. Dadurch zeigt man, dass auch ein kleines Unternehmen wichtig ist und keinesfalls unterschaetzt wird. Dazu ist es natuerlich angebracht in einem geflegten Auesseren aufzutreten und auch die Sprache ein wenig aufzupolieren. Weiterhin ist es wichtig, dass ihr euch genau ueberlegt was ihr sagen wollt. Stottern und viele “aehs” lassen den Eindruck entstehen ihr wisst nicht was ihr eigentlich vemitteln wollt.

Die Werbeemails

In die Werbeemails an die grossen Firmen solltet ihr nicht zuviel Text schreiben. Sagt nur ganz kurz und praegnant was ihr zu bieten habt und haengt dann in den Anhang eurer gesamtes Dossier. Sollte eine Firma ernsthaft Interesse daran haben in eurer Zeitung zu werben, dann wird der jeweilige Bearbeiter auch den Dateianhang aufmachen. Falls nicht wuerde euch eine ellenlange eMail auch nicht viel bringen. Wichtig ist noch, dass ihr auf jeden Fall ein Dateiformat verwendet, dass unter allen Umgebungen gelesen werden kann. PDF ist eines dieser gaengigen Verfahren. Sollet ihr euch damit nicht auskennen rate ich euch zu der Suchmaschine eurer Wahl. Das Internet ist voll mit Informationen darueber.

Protokoll

Besonders praktisch hat sich das Werbeprotokoll herausgestellt, welches wir nebenher gefuehrt haben. In dieses haben wir die Zusagen der werbenden Firmen vermerkt, wie auch ihre Sonderwuensche, den Zahlungseingang, etc. Damit verliert ihr auch bei grossen Mengen an Werbern nicht den Ueberblick. Besonders aergerlich waere das dann, wenn ihr vergesst einer Firma die Werbung in Rechnung zu stellen. Dann seid ihr naemlich schlussendlich die, die auf den Kosten sitzen bleiben.

Wir sind damit ganz gut gefahren – bzw. tun es im Moment immer noch. Ich hoffe bei euch laeuft das genauso gut.
Schreibt mir, falls ihr noch weitere Anregungen habt. Mich wuerde interessieren wie ihr das so gemacht habt/vor habt zu tun.

7 Reaktionen zu “Werbung in der Abiturzeitung”

  1. .crashsource » Anzeigen/Werbung in der Abizeitung II 1

    Am 21. November 2008 um 23:08 Uhr

    [...] geraumer Zeit habe ich einen Artikel dazu geschrieben, wie man am professionellsten vorgeht um potentielle Werbekunden dazu zu [...]

  2. Melle 2

    Am 29. Dezember 2008 um 13:40 Uhr

    Hi!
    Ich hab kurz ne frage…
    ich bin für die werbung in unserer abizeitung zuständig und wurde jetzt von diversen firmen gefragt ob sie auch eine rechnung bekämen.
    wie genau sollte so eine rechnung aussehen?
    wie üblich haben auch wir keinerlei erfahrungen und freuen uns über jede hilfestellung =)
    danke schon mal
    lg Melle

  3. crashkid 3

    Am 30. Dezember 2008 um 19:45 Uhr

    Hi Melle,

    die Rechnung sollte eine Ansprechperson angeben, die erworbenen Leistungen aufzaehlen, eine Summe nennen sowie eine Bankverbindung aufweisen.

    Konkret sieht das ungefaehr so aus:
    Klicke um die Rechnung zu sehen (PDF-Format)

    Eine solche Rechnung erstellst du am Besten in einer Tabellenkalkulation. Die Rechnung, wie wir sie haben, hast du innerhalb ein paar Minuten selbst zusammengeklickt.

  4. Hannah 4

    Am 18. Januar 2009 um 18:00 Uhr

    Hi,
    wir sind auch gerade dabei eine Abizeitung zu erstellen, sind uns allerdings noch nicht sicher, welches Programm wir für Layout etc. verwenden sollen. Wir hatten schonmal an Indesign gedacht, was jedoch nicht alle Mitarbeiter der Abizeitung haben und was zu kaufen sehr teuer ist. Hast du vielleicht eine Empfehlung für uns?

    lg Hannah

  5. crashkid 5

    Am 21. Januar 2009 um 21:49 Uhr

    Hi Hannah,

    wir haben Indesign verwendet, da unserer Meinung nach nur dieses Programm alle von uns als wichtig erachteten Features bot.
    Es ist jedoch keineswegs notwendig Indesign zu kaufen, sondern Adobe, der Hersteller von Indesign, bietet eine Testversion fuer 30 Tage an. Diese Testversion steht, abgesehen von der zeitlichen Limitierung, der Vollversion in nichts nach. Zumindest in nichts was fuer das Entwerfen einer Abizeitung notwendig ist. Auch der PDF-Export ist in vollem Umfang und ohne Hinweis auf die verwendete Testversion möglich.

    Entscheidet ihr euch dafuer eure Abizeitung mit Indesign zu entwerfen, solltet ihr unbedingt darauf achten alle notwendigen Materialien vorher zusammen zu tragen, so dass ihr die 30 Tage voll fuers Designen eurer Abizeitung verwenden koennt. Es gibt nichts aergerlicheres als dass die Testversion ablaeuft bevor man die Abizeitung mit dem gewünschten Inhalt versehen hat.
    Auch gut zu wissen ist, dass man die Testversion selbstverstaendlich auf mehreren Rechnern parallel installieren kann. Auch hier sollte man allerdings zwingend auf die zeitliche Abstimmung achten. Die Installation auf mehreren Rechnern hat den Vorteil, dass dann mehrere Leute gleichzeitig am Layout arbeiten können. Wir haben es so gemacht, dass wir ein Netzwerk aufgebaut haben und darueber jeweils die Dateien bearbeitet haben. So war immer jeder auf dem aktuellen Stand der Dinge ohne dass man permanent die Daten vom einen auf den anderen Rechner ueberspielen muss. Das hat meiner Meinung nach auch hervorragend geklappt.

    Ich hoffe meine Antwort hilft dir weiter. Viel Spass beim Basteln eurer Abizeitung!

  6. ichwars 6

    Am 3. März 2009 um 22:16 Uhr

    Hallo crashkind,

    vielen dank für die Infos die hier stehen. Allerdings hätte ich noch eine Frage bezüglich der Rechnung für die Werbung. Sind wir, als nicht gewerbetreibende Schüler überhaupt berechtigt einen Rechnung zu schreiben?

    lg

  7. crashkid 7

    Am 3. März 2009 um 22:59 Uhr

    Hi ichwars,

    das hast du gut beobachtet. Ich kann dir diese Frage nicht mit Sicherheit beantworten. In dieser Quelle ist davon die Rede, dass man als Privatmann keine Rechnungen ausstellen kann, da man eine Stuernummer braucht und die private Steuernummer ist wohl nicht zulaessig. In einem Dokument von abibuch.eu ist die Rede, dass Quittungen jedoch ausgestellt werden koennen.
    In dem Fall muss man wohl entweder ein Kleingewerbe anmelden, oder eben auf die Rechnung verzichten. Bei letzterem wird man aber wohl eher viele Kunden verlieren, die das Geld von der Steuer absetzen wollen.

    Meines Wissenstands nach ist es nicht notwendig das Finanzamt zu informieren, so lange ihr mit der Abiturzeitung keinen Gewinn erwirtschaftet. Solltet ihr jedoch durch die Werbung alle Kosten der Abiturzeitung decken und zudem noch Geld uebrig haben, wird es schwierig. Dann muessen die Kosten beim Finanzamt angegeben werden und Steuern bezahlt werden. Es kann sein, dass es einen gewissen Freibetrag gibt, aber dazu musst du vielleicht einen Steuerberater bemuehen. Der sollte es dann sicher sagen koennen.

    Viel Erfolg bei eurer Abizeitung!

Einen Kommentar schreiben