Ballerspiele fuer den Weltfrieden?

Bei SpOn wird vom neusten Ego-Shooter berichtet – “Special Operation 85: Hostage Rescue”. Entwickelt wurde das Spiel im Iran von der “Union of islamic Student Societies”, einem “Institut für die intellektuelle Entwicklung von Kindern und jungen Erwachsenen”. Das Ziel des Spiels: Die US-Armee vernichten und zudem jede Menge israelitische Soldaten ins Jenseits befoerdern – Propagana pur!

Die politische Diskussion laesst da natuerlich nicht lange auf sich warten. Auf der einen Seite sieht man das “Killerspiel” als grosse Gefahr – foerdert es doch den Terrorismus geradezu. Auf der anderen Seite hingegen vertritt man eine ganz andere Auffassung. Das Spiel sei nicht als Werbung fuer den Terrorismus und Gewalt zu sehen sondern diene der Selbstlosigkeit, Hingabe und die Verteidigung des Irans. Auf gut Deutsch soll den Jugendlichen einfach schon sehr frueh die Ideologie der gewaltsamen Loesung von Konflikten beigebracht werden. Diese sollen gar nicht erst auf die Idee kommen eine friedliche Loesung zu suchen sondern vom Kindesalter an lernen, dass man lieber gleich die Waffe zueckt und schiesst, was die Waffe hergibt. Selbstverstaendlich nur zum Schutze des Vaterlands – schon klar.

Dies mag eine Loesung sein, jedoch nur dann, wenn es virtuell geschieht. Sobald man diesen Weg auf die Realitaet projektiert wird er schlichtweg falsch. Man kann sich abreagieren und das ist auch vollkommen legitim. Ob man das nun an einem Sandsack tut, auf den man stundenlang einpruegelt, oder ob das virtuell am Computer geschieht sei nun einmal dahingestellt. Jedoch darf man nicht den Fehler machen von der virtuellen Darstellung Rueckschluesse auf die Realitaet zu ziehen. Das war schon immer falsch und wird auch immer falsch sein. Doch bekanntlich wird der Fehler leider sehr haeufig begangen – auch von der Kirche. So viel zum Thema “unfehlbar”.

Was ist also die Loesung des Problems? Man moege sich des Einwegprinzips bedienen und von der Realitaet auf die virtuelle Welt schliessen. Das geht bekanntlich und ist ein vollkommen legitimer Schritt. Fuer die virtuelle Welt kann man sich nun ein Spielprinzip ueberlegen, welches aehnlich dem von “Second Life” ist und kann ab sofort alle kriegersichen Auseinandersetzungen auf kuenstlicher, virtueller Art austragen. Damit schaffen wir den grossen Schritt, den niemand zu gehen gewagt haette – wir schaffen mit Killerspielen den Frieden, welch Ironie. Wenn man das nun nicht nur im Iran und in Israel macht, sondern global ausweitet, dann schaffen wir damit sogar den Schritt zum lang erhofften Weltfrieden.

Doch nicht nur das, denn damit loesen wir noch ganz andere Probleme. Wie oft haben fuehlen sich Menschen vom Krieg eingeaengt, haben keine Lust darauf? Dieser Fall gehoert damit endlich der Vergangenheit an. Waehrend sich die einen online bekriegen, koennen sich die anderen (beispielsweise Forscher) auf ihren Bereich konzentrieren, Forschungen anstellen und einfach ihr Ding machen – und das ohne permanent gestoert zu werden von irgendwelchen kriegssuechtigen und machtgeilen Menschen.

Klingt das nicht fabelhaft?

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