Mai
24

Google in DE und US nur noch fuer Volljaehrige

Neulich erst wurde bekannt, dass Google die Algorithmen verbessern will. Das noch in weiter ferne liegende Ziel, Google nach alltaeglichen Dingen wie “Was fuer ein Beruf soll ich ergreifen”, “Was soll ich unternehmen” fragen zu koennen, soll schon bald in greifbare Naehe ruecken, schreibt ft.com. Doch da dafuer noch deutlich mehr Daten gesammelt werden muessen, bedarf es neuen Nutzungsbedingungen bei Google, welche der Datenkrake erlaubt noch mehr Informationen zu sammeln und zu verwerten als sie es bisher schon tut. Demnach heisst es in den neuen Google TOS (Terms of Service):

Sie dürfen die Services nicht nutzen und die Vertragsbedingungen nicht annehmen, wenn Sie [...] nicht volljährig sind und daher keinen verbindlichen Vertrag mit Google abschließen können
Google TOS

Auch in den US-Bestimmungen ist selbiges vermerkt. Dort heisst es woertlich:

You may not use the Services and may not accept the Terms if [...] you are not of legal age to form a binding contract with Google
Google TOS

Was Google damit erreichen will liegt auf der Hand. Man will nur noch Volljaehrige die Google-Projekte nutzen lassen, da sich diese im Nachhinein nicht mehr gegen die Datenspeicherung vorgehen koennen – haben sie doch Google unter diesen Bedingungen genutzt.

Interessant ist auch was noch so in den Google Bedingungen steht:

Google führt ständig Neuerungen ein, um ihren Nutzern den größtmöglichen Komfort zu ermöglichen. Sie bestätigen und sind damit einverstanden, dass sich die Form und die Art der von Google jeweils bereitgestellten Services unangekündigt ändern kann.
Google TOS

Egal in welche Richtung sich Google entwickelt, egal ob sie mehr Daten speichern, egal was sie speichern, der User stimmt immer zu. Man legt mit der Benutzung von Google also alle Daten in die Haende der Suchmaschine und hat keinerlei Einfluss mehr darauf was mit den Daten geschieht. Auch uebernimmt man bei Google keinerlei Verantwortung fuer die gefundenen Inhalte, jedoch behaelt man sich explizit vor Inhalte zu filtern, zu aendern, zu kennzeichenen, und so weiter. Sprich das was man bei Google findet, sofern es Google ueberhaupt zulaesst, muss nicht einmal der Wirklichkeit entsprechen. Ich stelle mir gerade vor was passieren wuerde, wenn Google politisch oder anderweitig kritische Inhalte modifiziert und den Usern unterjubelt. Damit koennte man bei Google wohl den einen oder anderen Kleinkrieg ausloesen. Erschreckend!

Am meisten interessiert mich aber folgendes: Wenn ich Google zum ersten Mal besuche, dann habe ich noch nicht die Google TOS gelesen. Ich habe mich also auch noch nicht mit diesen einverstanden einverstanden erklaeren koennen und damit gibt es zwischen mir und Google auch noch keinen verbindlichen Vertrag. Doch bezeichnet Google die Startseite von Google selbst als einen Service fuer den gilt:

Ihre Nutzung der Produkte, der Software, der Dienstleistungen und der Webseiten von Google (hier zusammenfassend als „Services“ bezeichnet, ausgenommen solcher Services, die Google Ihnen gegenüber aufgrund eines gesonderten schriftlichen Vertrages erbringt) wird durch die Bestimmungen einer rechtlichen Vereinbarung zwischen Ihnen und Google geregelt.
Google TOS

Rufe ich also die Startseite von Google auf, dann schliesse ich einen Vertrag mit Google ab, sofern ich das richtig verstanden habe. Was aber, wenn ich mit den Google Bestimmungen nicht uebereinstimme? Ich hatte bis zu dem Zeitpunkt ja noch nicht einmal Kenntnis davon, dass es diese ueberhaupt gibt! Vielleicht weiss einer von den juristisch versierten wie das ablaeuft und ob man dann ein Recht darauf haette Google zu zwingen die Daten, welche bis dahin angefallen sind, zu loeschen!?

(via gulli.com)

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